Hommage an C. oder Im Grunde wollen wir ihn doch alle!

Da ein Jahrgang bekanntlich aus unzähligen Geschöpfen besteht, passiert es leider häufig, daß der einzelne Schüler oder die einzelne Schülerin im Gewühl der Menge untergeht und ihm oder ihr nicht die Beachtung zuteil wird, die ihr oder ihm eigentlich gebühren würde. Ein jeder von uns hat schon einmal die schmerzhafte Erfahrung gemacht, wie es ist, übersehen zu werden. Wer diesen Schmerz schon einmal gespürt hat, der tut sein Möglichstes, um eine solche Erfahrung nicht noch einmal machen zu müssen. Der eine versucht durch auffällige Kleidung, die Aufmerksamkeit anderer auf sich zu lenken, andere versuchen durch geistreiche Bemerkungen aufzufallen, und dritte wiederum hinterlassen eine zentimeterdicke Schleimspur, wenn sie sich durch das Gebäude bewegen. Aber seien wir ehrlich: In jedem Jahrgang gibt es mindestens ein Individuum, das solcher Aktivitäten gar nicht bedarf. Ein Geschöpf, daß schon durch seine Schönheit einen solchen Kontrast zur Menge der anderen bildet, daß Kreativität, Geist und Ausstrahlung nicht mehr nötig sind. Der Schwarm aller kleinen Mädchen hat einen Körper wie Adonis, und jede seiner Gesten und Bewegungen scheint zu sagen: "Ich weiß, daß ich schön bin, ihr braucht es nicht zu sagen."
Auch wenn seine Kommunikationsfähigkeit in gewisser Weise zu wünschen übrig läßt, so kann man ihm doch nicht ernsthaft böse sein.
Und wenn doch einmal ein weiblicher Mitschüler ernsthaft erbost über den Adonis ist, so hält dieser Ärger meist nicht lange vor. Spätestens wenn die Hemdknöpfe geöffnet werden und der Blick auf eine schweinchenrosane, spärlich behaarte, aber doch ganz passable Männerbrust freigegeben wird, ist die Wut verflogen. Dieser Anblick entschädigt beinahe für alles, auch wenn er mit der Zeit mehr und mehr an Reiz verliert. Was wäre der triste Schulalltag ohne die Aussicht auf derartige Unterhaltung, darum:
Schöne Männer braucht das Land, denn im Grunde wollen wir sie doch alle!

(jw)


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