Hockey bei Jantze
Professionelles Hockeyspiel bei Robert Jantze
Es ist schon toll, wie der Robert es immer wieder geschafft hat, uns mit professionellem Hockey zu begeistern! Da
hieß es "Spielen wie die Profis", obwohl wir doch sein erster Kurs waren, der Hockey als
Zusatzsportart hatte. Für Robert kein Problem: so ein richtiger Sportler ist überall Experte!
Besonders einfallsreich waren seine Hockeytests, bei denen er absolut "spielnahe" Situationen simulierte.
Hier ein Beispiel:
Sechs SpielerInnen stellen sich vor dem Tor auf, immer zwei gegenüber, denn es gibt ja AngreiferInnen und
VerteidigerInnen. Nr.6 ist "Ständer" und kann während des "Spiels" auch in der
Nase bohren ( der "Ständer" wird unabhängig von der Figur des Spielers gewählt, Fair
geht eben doch vor! ).
Zuerst müssen alle rumhopsen oder Faxen machen, damit es nach "Spielfluß" aussieht, wenn
Nr.2 dann den Ball zu Nr.3 schlägt. Eben noch geschlagen, jetzt schon losgerannt: Nr.2 will Nr.4 am Loslaufen
hindern und blockiert Nr. 4, was Nr.5 nicht auf sich sitzen läßt: sobald sie Nr.2 durchschaut hat,
läuft sie ebenfalls zu Nr.4, um nun mit Nr.2 und Nr.5 einen fröhlichen Block zu bilden.
Währenddessen macht sich Nr.1 auf den Weg; die Zeiten sind günstig, der Weg ist frei, weil Nr.2 ja
gerade vorbeigerannt ist. Nr.1 bekommt, wenn sie auf ihrem Weg Richtung Nr.6 zwischen Nr.3 und dem Tor
angekommen ist, von Nr.3 den Ball zugespielt, um ihn dann in das von der Gegenmannschaft völlig sich selbst
überlassene Tor zu schlagen.
Da sieht man doch, daß wir keine richtigen Sportler sind: wir fragten uns, warum Nr.5 im Block bleibt und
somit das Tor so sträflich vernachlässigt. " Na gut," sagt Robert "es soll auch schlaue
HockeyspielerInnen geben, wir machen eine Variante!" (Ein echter Profi weiß halt immer eine
Lösung!)
Variante 2 ist ebenso einfach wie genial:
Nr.5, deren IQ sich blitzartig verdoppelt hat, bemerkt voller Schrecken, daß das Tor unbewacht und Nr.1 auf
dem besten Wege in den Torraum ist. Nr.5 löst sich aus dem Block und hechelt hinter Nr.1 her, die sieht,
daß da nichts zu machen ist und -weiterhin von Nr.5 verfolgt- zwischen Nr.6 und Nr.3 hindurch ins
"Nichts" laufen muß. Kurz nachdem Nr.5 sich aus dem Block gelöst hat, wird Nr.2 wach.
Nr.2 wittert eine Torchance und übernimmt jetzt den Part von Nr.1 aus Variante 1. Nun kann Nr.2 den von
Nr.3 zugespielten Ball richtig ins Tor semmeln.
Leider war der "Spieleifer" oft größer als unsere "motorischen und technisch-kognitiven
Fähigkeiten".
Bei der Herrenriege sah es noch ganz gut aus (das männliche Geschlecht hat einfach eine höhere
Grundsportlichkeit!), denn da wurde so fix gespielt, daß es gar nicht mehr auf irgendwelche Reihenfolgen
ankam. Hauptsache es sah professionell aus - draufkloppen ist alles!
Wir Mädchen taten uns da schon schwerer (eben doch das "schwache Geschlecht"!). Der Abstand
zwischen den Spielerinnen betrug ca. 2 m. Das war nicht ganz so günstig, weil der Ball, sobald er mehr als
angestupst wurde, munter an der nächsten Spielerin vorbeirollte. Wir hätten auch zu Hause im
Wohnzimmer spielen können: jeder schnippt mal sachte gegen den Ball, der dann mit 2 1/2 Stundenkilometern
zur nächsten kullert, während die ein oder andere zur Blockbildung schlendert oder mit zwei Schritten
zur Nachbarspielerin joggt. Nr.3 hat die schwierigste Aufgabe, denn sie muß versuchen, sich wach zu halten:
nach 5 Min. darf sie ja noch einmal schlagen!
Sollte die ganze Übung unter Beachtung der Reihenfolge der verschiedenen Varianten ohne Ballverlust doch
mal geklappt haben, sind die Augenblicke am schönsten, in denen dann die letzte Spielerin den Ball elegant am
Tor vorbeischlägt. Erst solche Momente schweißen eine Mannschaft richtig zusammen!
Besonders überraschend war, daß Robert es irgendwie geschafft hat, Noten für unsere
"Leistungen" auszuknobeln. Wir hatten aber auch Großartiges zu vollbringen. Wir mußten so
tun, als würden wir genau nach den äußerst einprägsamen Varianten spielen und als
würden wir uns trotz des 2-m-Abstandes schnell bewegen.
Wir können nur hoffen, daß noch viele Kurse nach uns bei Robert Hockey spielen dürfen!
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