(Kursfahrt des Mathe-LKs/Noth und des Bio-LKs/Scholz vom 24.06.-29.06.)
Warum ausgerechnet Berlin?
Das läßt sich leicht beantworten! Noths Reaktion auf unsere Vorschläge für das Ziel
der Kursfahrt:
"Wie wär´s mit London?"
"Nö, ich kann kein Englisch ..."
"Und Paris? Oder Brüssel?"
"Nö, ich kann kein Französisch ..."
"Wohin denn dann?!?"
"Prag ist ganz schön ..."
Da Frau Appenzeller (DL), die nach Wien fahren will, nicht mit dem Mathe-LK zusammenfahren wollte,
schlossen sich eben Noth-Mathe-LK und der Scholz-Bio-LK, der nicht ins Ausland will, zusammen. Berlin
schien uns die noch "aufregendste" Stadt in Deutschland zu sein ...
Die Hinfahrt
Montag, 24. Juni 1996
Daß irgend etwas schief laufen würde, war ja klar! Bis zum Duisburger Hbf lief noch alles nach
Plan. Dort allerdings stellte sich heraus, daß der Zug 1 Std. Verspätung hatte. Also warteten wir ...
bis sich herausstellte, daß der Zug, in dem wir unsere Plätze reserviert hatten, gestrichen worden
war.
Klasse, und jetzt? Dann ein allgemeines Aufatmen: "Ein Ersatzzug wird in 10 min ankommen!" -
Wo sind Nicole und Karin?! Der Zug kam und ging, aber ohne einen genervten Mathe- und Bio-LK, die
für die nächsten Stunden Bekanntschaft mit dem tollen Warteraum des Duisburger Hbfs machten.
Endlich saßen wir dann im nächsten regulären Zug nach Berlin: es wurde gegessen, getrunken,
Musik gehört, geschlafen, Karten gespielt ... und wenn man nichts besseres zu tun hatte, konnte
man auch Nadine und Stefan beim Streiten zuschauen (es ging um eine Kartenspielregel) ...
Programm
"Wir müssen unbedingt ein Programm für die Berlin-Fahrt zusammenstellen!"
hieß es vor der Kursfahrt, "damit ich alles rechtzeitig nach Düsseldorf schicken
kann."
Mühsam haben wir sogar einen fertiggestellt - jeder LK-Kurs hatte ein eigenes Programm, aber
natürlich verläuft das Programm in Wirklichkeit ganz anders und zwar nach dem Motto
"Macht was ihr wollt!". Am späten Vormittag sind wir zusammen losgefahren, und ab Mittag
gab´s Freizeit. Abends wurde gesoffen, und von der Lehrern keine Spur. Ab 18 Uhr torkelten und
sprangen schon die ersten leicht beschwingt herum (für Kerstin: man hat hauptsächlich Becks
getrunken, watt andres gab´s an der Tankstelle nich), während sich der Rest außerhalb der
Herberge vergnügte. Und die Moral von der Geschicht´:
Stadtbesichtigung
Man sollte es eher als Baustellenbesichtigung bezeichnen, denn das trifft´s eher! Schon nach der 10.
stinkenden Baustelle hab´ ich aufgehört zu zählen. Bemerkenswert ist die Orientierungsfähigkeit
und das Stadtplan-Lesen von Noth und Scholz.
Stars und Sternchen
Wir haben Bryan Adams gesehen, jawohl, als er von vielen kleinen Mädchen umschwärmt aus
dem Hotel kam und in seine Limousine stieg. Mit charmantem Lächeln und einem Victory-Zeichen
lächelte er uns aus der Limousine an, als er an uns vorbeifuhr (Wir sind ja nicht prominentengeil -
naaaiihn - kreisch AAAAAAAHH! Bryan, we love you) Und wir standen nur da und konnten´s nicht
fassen.
EM-Halbfinale: Deutschland gegen England
Das Gebrüll war bis auf die Straße zu hören - an diesem Abend waren sie eins: die
Fußballfans. Während die eingefleischten Fußballfans die 1. Reihe besetzten, durften sich
die Laien in den hinteren Reihen ihren Platz suchen. Außenseiter, die sich nicht zum Fußball bekennen
wollten, durften nur ein paar Blicke von der offenen Tür aus auf den Bildschirm werfen, denn
der Fernsehraum der Jugendherberge war zum Bersten voll. Man konnte aber auch ohne den Fernseher erraten,
was im glorreichen Spiel passiert ist. Das ohrenbetäubende Tooooohhhhr!!! in allen Stimmlagen, vom
kräftigen Baß bis zum zarten Sopran, war kaum zu überhören. Begeistert wurde mit
unseren Nationalhelden mitgefiebert, und der englische Torwart galt als Erzfeind der Menschheit, besonders
beim 11-Meter-Schießen - ein wahrhaft nervenzerreißendes Spektakel: ein Kampf der Guten gegen
die Bösen. Eifrig wurde in diesen Minuten heiß und innig gebetet. Dann endlich das alles entscheidende
Tor, die Menschheit ist gerettet, das Böse besiegt: Oh, Glückseligkeit, Freudentränen,
Umarmungen, Freudentanz. Die ersten stürzen zum Telefon, um ihr Glück mit
der Familie und Freunden zu teilen, ... und Oliver knutscht mit der Glotze ...
Nadines Geburtstag
Donnerstag abend: Nadine will ihre Freunde in ihr Zimmer einladen, doch die wollen nicht so recht. Susanne
ist müde und liegt im Bett, andere wollen lieber erst die Postkarten zu Ende schreiben, und der Rest will
erst später kommen. Effekt: Nadine steht kurz vorm Heulen. Notgedrungen trudelten wir so langsam in
Nadines Zimmer ein, so daß sie sich erst mal wieder beruhigte. Es gab warmen Feigling in Zahnputzbechern,
und die Runde wurde immer lustiger ... Geplant war, daß Nadines Eltern kurz vor Mitternacht
anrufen, so daß wir Zeit haben, den gekühlten Sekt und das kalte Buffet: 3 Baguettes,
Käsewürfel, Kräuterbutter und Blutwurst, in Nadines Zimmer bringen können. Wie
immer läuft was schief: Heiko will Bihr und Nadine, die Gastgeberin, wollte unbedingt welches von der
Tankstelle in der Nähe der Jugendherberge besorgen, dabei war es kurz vor Mitternacht! Egal,
während Nadine weg war, waren die Vorbereitungen in vollem Gange und Kleversche stand im Treppenhaus
Schmiere. Leider kam Fräulein G. früher als erwartet, so daß Kleversche nicht
anderes übrig blieb als sich vor ihr aufzubauen und den Weg zu versperren. Doch meisterhaft
überwand Nadine G. dieses Hindernis und näherte sich zielstrebig ihrem Zimmer. "Was
willst du denn hier?!" In letzter Sekunde steckte Sebastian seinen Kopf durch die Tür und versperrte
somit die Sicht in Nadines Zimmer. Völlig perplex daß sie nicht in ihr eigenes Zimmer gelassen
wurde, erklärte sie ihm, daß die Zivis - mögen sie hochleben! - ihr verboten haben, die
Bierflaschen in die Jugendherberge mitzunehmen. Also machte sich Sebastian mit Nadine und Rucksack auf,
um die Flaschen reinzuschmuggeln - und wir hatten etwas Zeit gewonnen. Als Nadine dann in ihr dunkles
Zimmer kam, erwartete sie ein "Lichtmeer" aus 18 Kerzen auf 18 Yes-Torties und ein
jämmerlicher Happy-Birthday-Gesang (der gute Wille zählt!).